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Fahrt zur Einweihung der deutschen
Kriegsgräberstätte in Cheb (Eger) am
11. September 2010, um 14 Uhr
Die Veteranen- und
Reservistenkameradschaft Fischach
beteiligte sich mit den Kameraden
Pöllmann, Neugebauer, Foth und Baur an
der vom Volksbund organisierten Fahrt.
Bis zu 2 000 Gäste aus Deutschland
erwartete der Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge am Samstag (11.
September) in der tschechischen Stadt
Eger/Cheb. Anlass des Besucherandranges
war die Einweihung der deutschen
Kriegsgräberstätte. Auf ihr hat der
Volksbund in den beiden vergangenen
Jahren 5598 deutsche Kriegstote aus der
Zeit des Zweiten Weltkrieges oder
unmittelbar danach bestattet. Ihre
Gebeine wurden in 145 Orten in
Tschechien geborgen und schließlich nach
Eger gebracht.
An der Veranstaltung wirken tschechische
und deutsche Politiker mit: Professor
Tomas Kosta, Überlebender des KZ
Auschwitz und heute Berater im
tschechischen Außenministerium,
Christian Schmidt, Parlamentarischer
Staatssekretär beim Bundesministerium
der Verteidigung, und Dr. Jan Svoboda,
Oberbürgermeister der Stadt Cheb. Dr.
Gernot Erler, ehemaliger Staatsminister
im Auswärtigen Amt, hält die
Gedenkansprache.
„Wir haben beim Bau dieses Friedhofes
sehr eng mit der Stadtverwaltung Cheb
zusammengearbeitet, und ich bin
überzeugt, dass hier eine Stätte der
Begegnung zwischen Deutschen und
Tschechen entsteht. Das bringt uns im
Bemühen um Verständigung einen guten
Schritt voran“, sagt Volksbund-Präsident
Reinhard Führer.
Von den 5 598 Toten, die auf der
deutschen Kriegsgräberstätte in Eger
ruhen, hat der Volksbund 2 734
identifiziert. Ihre Namen und
Lebensdaten sind auf Grabkreuzen
verzeichnet oder auf Pultsteinen, wenn
sie unter den Unbekannten bestattet
sind. Ein wetterfestes Namenbuch gibt
die Namen derjenigen wieder, die nicht
zu finden und zu bergen waren. Unter den
namentlich bekannten Toten sind 473
Zivilpersonen. Auch unter den
Unbekannten dürften zahlreiche
Zivilisten sein. Weitere Einbettungen
sind vorgesehen. Nach Planungen des
Volksbundes sollen in Eger einmal bis zu
7 700 deutsche Kriegstote ruhen.
Der Einweihung gehen Kranzniederlegungen
an den Mahnmalen für die amerikanischen,
französischen und sowjetischen
Gefallenen voraus.
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Bericht des
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zur
Einweihung der Kriegsgräberstätte in Eger
am 11.09.2010
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Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 -
Bankleitzahl 520 400 21 bei der
Commerzbank Kassel
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Wenn etwas richtig ist ...
Einweihung der neuen Kriegsgräberstätte in Cheb (Eger)
Die Worte des Oberbürgermeisters von Cheb (Eger), Dr.
Jan Svoboda, bringen die Gefühle der etwa 3 000
Teilnehmer der Gedenkveranstaltung des Volksbundes auf
den Punkt: „Wenn etwas richtig ist, dann muss es getan
werden!“ Dafür erntete der Tscheche auf der nunmehr
eingeweihten deutschen Kriegsgräberstätte großen
Applaus. Denn richtig ist es zum einen, an die Kriege
und ihre Opfer zu erinnern und sie nicht zu vergessen.
Richtig ist es zum anderen, sich zu versöhnen und
gemeinsam für ein friedliches Europa zu wirken!
Tatsächlich war der Weg bis zur Einweihung der elften
und letzten deutschen Kriegsgräberstätte in der
Tschechischen Republik sehr lang. Über Jahre hinweg
liefen die Verhandlungen zäh, immer wieder gab es Phasen
von Stillstand und Rückschritt. Doch mit dem Tag der
Einweihung hat dieser Weg ein gutes Ende gefunden. Der
Präsident des Volksbundes, Reinhard Führer, ist dankbar
dafür. Er dankte allen Beteiligten, den Freunden,
Förderern und freiwilligen Helfern für ihre
Unterstützung – und vor allem auch Oberbürgermeister Dr.
Jan Svoboda und Vizebürgermeister Michal Pospíšil. Denn
nicht zuletzt wegen ihres Engagements konnte die
Kriegsgräberstätte auf dem Gelände des Stadtfriedhofs
errichtet werden. Reinhard Führer erinnerte zudem daran,
dass es vor allem der tschechische Außenminister Karel
Schwarzenberg und der ehemalige deutsche Außenminister
Frank-Walter Steinmeier waren, die auf hoher politischer
Ebene den Weg ebneten.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim
Bundesministerium der Verteidigung, Christian Schmidt,
möchte diesen deutschen Friedhof „nicht nur als eine
abstrakte Stätte des Gedenkens, sondern als eine
gemeinsame Stätte der Zukunft“ verstanden wissen. Er
zitiert Václav Havel, der mit Blick auf die
deutsch-tschechische Versöhnung einmal gesagt hatte,
„dass Gewalt nie mehr über Freiheit siegen darf, Lüge
nicht über die Wahrheit und das Böse nicht über das
menschliche Leben.“
Dr. Gernot Erler, Staatsminister a. D. und
stellvertretender Vorsitzender der
SPD-Bundestagsfraktion, begann seine Gedenkrede mit dem
Hinweis auf den 11. September vor neun Jahren. Die
schrecklichen Terroranschläge von New York und deren
Folgen zeigten, dass Frieden in dieser Welt auch heute
keine Selbstverständlichkeit sei. Erler erinnert an die
Opfer von Krieg und Gewalt, die nun hier in Cheb würdige
Gräber erhalten haben. Er dankte dem Volksbund nicht nur
für sein unermüdliches Wirken, sondern auch für seine
Arbeit mit jungen Menschen – denn nach vorne zu schauen,
sei die eigentliche politische Botschaft des heutigen
Tages.
Bewegende Momente sind es, als die Zeitzeugen ihre
Grußworte sprechen – Erwin Sommer, früherer Bewohner der
Stadt Eger, Hugo Fritsch, dessen Eltern, Bruder und
Großmutter hier auf dem Friedhof ruhen, und Professor
Tomas Kosta. Sommer zeigt sich tief bewegt und dankt
seinen tschechischen Nachbarn: „Sie haben mit Ihrer
weisen Zustimmung einen weiteren Meilenstein gesetzt für
ein gedeihliches Miteinander der Menschen in dieser
Region im Herzen von Europa über alle Grenzen hinweg.“
Tomas Kosta hat Auschwitz überlebt – doch seine Eltern
wurden dort von Deutschen umgebracht. Kann man je
vergessen, je vergeben? Doch Kosta fühlt mit den
Angehörigen auch der deutschen Soldaten. Mit einfachen
Worten setzt er ein besonderes Zeichen: „Man kann nicht
vergessen. Aber man muss verzeihen.“
Auch Hugo Fritsch, dessen Familie bei Flucht und
Vertreibung ums Leben kam, spricht ohne Groll auf zu den
Anwesenden. Jenseits der Dimensionen von Geschichte und
Politik zählt doch der Mensch! Und darum zitiert er zum
Abschluss aus einem Gedicht seines unvergessenen Vaters:
„Von uns ist Euer Leib gegangen,
Den Weg, den alles Ird’sche geht,
Doch Eure Lieb, die wir empfangen,
In uns für Euch stets weiter lebt.“
Olav Teichert
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